
Im letzten Jahr feierte der ZMO sein 10-jähriges Jubiläum im Stadtteil Bretzenheim, dabei wäre nächstes Jahr sogar sein 25-jähriges Bestehen als eingetragener Verein in Mainz ein Grund zum Feiern. Die erste Satzung des Vereins wurde im Januar 2000 formuliert und im April 2001 erstmalig eingetragen. Vieles hat sich seitdem verändert.
Der ZMO ist mit seiner Umgebung verwachsen: vom ursprünglichen Aussiedlerverein ist er zu einem offenen Begegnungsraum in Bretzenheim geworden. Wer einen aktuellen Einblick erhalten möchte, kann auf eine Reportage in der SWR-Landesschau am 18.03.25 gespannt sein!
Stark geprägt, hat den ZMO in den letzten Jahren auch der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Obwohl der Verein schon immer für Ukrainer*innen Hilfe angeboten hat, wurden durch den Krieg neue Realitäten geschaffen. Ca. 35000€ hat der ZMO seitdem an Gutscheinen für Geflüchtete verteilt, mit denen man sich in den Secondhand-Läden des Vereins mit dem Nötigsten eindecken konnte.
Seit Kriegsausbruch hat vor allem Olena Rabynovych, Kursleiterin des Malkurses im ZMO und selbst aus Odessa, sich darum gekümmert, Kindern durch das Ermöglichen kreativen Ausdrucks den Umgang mit der neuen Lebenswirklichkeit zu vereinfachen:
„Aufgrund des Krieges in der Ukraine kamen neue Frauen und Kinder an, von denen viele schreckliche Kriegserlebnisse miterlebt haben. Viele von ihnen leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen, was zu Gedächtnisproblemen, Konzentrationsschwierigkeiten, Stimmungsschwankungen usw. führt.“
Im Jahr 2023 konnte durch Verkaufserlöse der Ausstellung dieses Malkurses sogar dringend benötigtes Werkzeug in die Ukraine gespendet werden.
Erfreulich auch, dass Mainz im letzten Jahr beschlossen hat, mit Odessa eine Städtepartnerschaft einzugehen. Rabynovych war eine Mitinitiatorin des gemeinnützigen Vereins „Städtepartnerschaftsverein Mainz – Odessa“, der das städtische Vorhaben unterstützen möchte und bereits dabei geholfen hat, das Projekt auf den Weg zu bringen.
Was ist die größte Hoffnung, die Sie und Ihr Freundes- und Bekanntenkreis in diese neue Städtepartnerschaft legen? Fragen wir Rabynovych.
„Ich nehme wahr, dass die Ukrainer*innen in Mainz sehr dankbar darüber sind, dass sie in Deutschland, aber auch in Mainz speziell so viel Hilfsbereitschaft erfahren haben. Hilfsbereitschaft und Mitgefühl kann nur durch gegenseitiges Verständnis entstehen. Odessa versteht sich als historische Hafen- und Handelsstadt weltoffen und durch diese Partnerschaft entstehen viele gute Möglichkeiten dieses Verständnis füreinander aufrecht zu erhalten und zu vertiefen. Ich und alle meine Bekannten aus der Region wünschen sich nichts mehr als Freiheit und Frieden und träumen von dem Tag, an dem wir Mainzer*innen durch Austauschprogramme unsere schöne Stadt zeigen können.“
Text: Amadeus Sardon