»Diamanten aus Lüderitz«

Samstag, den 16. September 2017, 19:00 Uhr im ZMO Mainz

Lesung mit Horst Samson
Zu einer außergewöhnlichen Autorenlesung mit dem Schriftsteller Horst Samson lädt das ZMO ein. „Leise sind die Bilder, die Samson wählt, stark und entschieden jedoch ist sein Ton, und was er da herausarbeitet, ist wie gemeißelt.“, urteilt Dr. Dierk Wolters im Feuilleton der „Frankfurter Neuen Presse“ in seiner Rezension zu Samsons Gedichtband „Kein Schweigen bleibt ungehört“, für den er von der Literarischen Gesellschaft Hessen 2014 ausgezeichnet wurde. Es war keineswegs die erste literarische Auszeichnung des Autors, der auf mehrere nationale und internationale Ehrungen zurückblicken kann.

Horst Samson 1954 in dem Weiler Salcimi, in der Baragansteppe geboren, wohin seine Eltern deportiert waren, zählt – wie auch die ebenfalls zum Freundeskreis der „Aktionsgruppe Banat“ gehörende Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller – zu jener Generation rumäniendeutscher Autoren, die mit ihren Werken seit den 1980er Jahren die deutsche Literatur bereichern. Nach Protesten gegen das Regime des Diktators Nicolae Ceausescu wurde er als Wortführer der Gruppe mit Publikationsverbot belegt, 1986 von der berüchtigten Securitate mit Mord bedroht und emigrierte 1987 zusammen mit den Schriftstellern der Temeswarer Autorengruppe (Richard Wagner, Herta Müller, Johann Lippet, William Totok, Helmuth Frauendorfer) in die Bundesrepublik Deutschland.

Insgesamt sind von Horst Samson bisher zehn Gedichtbände von hohem sprachlichem Reiz erschienen, aus denen Samson lesen wird. Sein bisher letzter Gedichtband „Das Imaginäre und unsere Anwesenheit darin“ ist 2014 erschienen. Sein von Heinz Ludwig Arnold herausgegebener Gedichtband „La Victoire“ (2003, Neuauflage 2017) wurde geradezu euphorisch von der Literaturkritik in der Schweiz und in Österreich aufgenommen. „Mit seinem neusten Gedichtband ,La Victoire. Poem‘ wird er zweifellos in die Geschichte eingehen als einer, der zuhanden der Nachgeborenen ein bedeutendes Zeitdokument abgeliefert hat, dazu ein ganz großes Stück Weltliteratur und – was nach diesen ersten zwei Attributen nicht selbstverständlich ist – einen Aufsehen erregenden Beitrag zur zeitgenössischen Lyrik.“, schrieb der Literaturkritiker und Schriftsteller Erwin Messmer in der Schweizer Literaturzeitschrift „Orte“.

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