»Lettlandgeschichten«

Freitag, den 17. November 2017, 19:00 Uhr im ZMO

Matthias Boosch
wurde 1982 in Bad Schwalbach geboren. Er studierte Geschichts-, Politik- und Buchwissenschaft in Mainz. 2006/07 unterbrach er sein Studium für einen längeren Lettlandaufenthalt. 2009 erschien sein literarisches Debüt »Großtyphien schlägt zurück«, eine Polit- und Mediensatire zur Ära Bush. Für eine seiner Lettlandgeschichten, die ein Jahr später im Schweizer BaltArt-Verlag veröffentlicht wurden, erhielt er 2015 den Literaturförderpreis der Stadt Mainz. Boosch lebt und arbeitet als freier Schriftsteller in Bischofsheim.

Matthias Boosch erzählt in seiner Kurzgeschichtensammlung »Black Friday – und andere Lettlandgeschichten« aus der Kleinstadt Limbaži im Norden Lettlands. 700 Jahre alt, einst zweitgrößte Stadt des Landes und Mitglied der Hanse, ist Limbaži heute mit knapp 8000 Einwohnern kaum mehr von Bedeutung, ein Provinznest, noch voller Spuren der Sowjetzeit, aber Teil der europäischen Gemeinschaft. Zwei Diebe, die behaupten von der russischen Mafia zu sein, aber nur den Kühlschrank ausräumen. Ein hagerer Black-Metal-Fan mit weißem Schlappohrkaninchen, der frühmorgens Tee serviert, während er Details der baltischen Black-Metal-Szene darlegt. Ein neuer Freund, der die Stadtgeschichte mit brennendem Wodka in einem Aschenbecher illustriert.

Es sind skurrile, abseitige Begebenheiten voller Situationskomik, erzählt aus der kritisch-wohlwollenden, immer sehr subjektiven Sicht eines Dazugekommenen. Halbbiographische Geschichten, die nicht belehren, keine eigene Auseinandersetzung abnehmen, sondern zu ihr anregen sollen.

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